Von Hamburg nach Berlin – Ziel erreicht!

Ein Teamzeitfahren über knapp 280 Kilometer ist definitiv eine Herausforderung, die sich viele anzunehmen scheuen. Jens, Thomas und ich zeigten durch unsere (erneute) Teilnahme, dass wir uns zu den ambitionierten Radlern zählen.

Am Samstagmorgen gegen 4 Uhr endete die Nacht für uns. Um 5 Uhr waren die Räder und das Gepäck in meinem Wagen verstaut und wir machten uns auf in Richtung Altengamme.

Thomas und die 4 Ollanner vor dem Start – Alle Fotos sind von Burkhard

Pünktlich um 6:57 Uhr entließ uns der Audax Club SH auf die Strecke nach Berlin-Spandau.

Haky von den Ollannern, die eine Minute nach uns starteten, hatte uns noch „Am Ortsausgang haben wir euch wieder!“ mitgegeben.

Anders als die Wettervorhersage wenige Tage zuvor, war der Himmel klar und den ganzen Tag schien die Sonne. Was für ein Glück!

Bei Kilometer 50 klagte Thomas plötzlich über ein schmerzendes Knie. Er konnte keinen Druck mehr auf die Pedale bringen und musste schweren Herzens aufgeben. „Einbeinig“ radelte er nach Lüneburg und fuhr mit dem Zug nach Hause.

Jens und ich erreichten nach insgesamt knapp 100km die einzige Kontrolle in Dömitz, wo, wie schon beim Frühstück, reichlich aufgetischt war. Nach einigen Minuten trudelten auch die vier Ollanner ein, die sich gleich zu ihrem Servicewagen begaben, der auf dem Parkplatz wartete.

Und weiter ging es, oft auf Nebenstraßen, die ich mir vorher im Internet ausgeguckt hatte. Wenn mich nicht alles täuscht, dann hatte ich den kürzesten Track mit 270 km.

Hier trennen sich unsere Wege … Direkt vor mir Helmut, der ab Rhinow wieder mit uns fuhr.

…wir biegen ab.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr waren diesmal keine langen Sandwegpassagen dabei, sondern nur ein vielleicht 100m langes Stück, für das uns der anschließend beginnende gut ausgebaute Deichverteidigungs-/Radweg reichlich entschädigte.

Irgendwann ging mein Wasservorrat zu Ende. Ich hoffte auf einen Laden oder eine Tanke an der Umgehung von Havelberg. Da gab es aber nichts und bei dem folgenden einsamen Landstrich mit kleinen Dörfern, anscheinend ohne jede Einkaufsmöglichkeit, auch nicht.

25km weiter in Rhinow wurden wir fündig. Dort befindet sich ein NP (Niedrigpreis) Markt, der bereits von zahlreichen Berlin-Fahrern bevölkert war. Hier stoppten so viele Mitradler, dass man von der „2. Kontrolle“ sprechen könnte – wenn auch ohne Stempel.

Als Jens und ich uns wieder auf den Weg machten, schloss sich der Berliner Helmut an, der am Vortag nach Hamburg gereist und nun auf dem Weg nach Hause war.

Ab Rhinow spürte ich deutlich meinen Trainingsrückstand gegenüber Jens, der die verbleibenden fast 100km ständig vorn fuhr… Danke dafür an dieser Stelle.

Den Abschluss bildete eine nervige Fahrt in der Rush Hour vom Spandauer Bahnhof zum Wassersportheim in Gatow, wo wir um 17:18 Uhr eintrafen.

Hier die Trackaufzeichnung.

Dort gab es erstmal ordentlich zu essen und ein Bier dazu. Wir bezogen unser 6-Bettzimmer, das wir für uns allein hatten, duschten und machten weiter mit dem Biertrinken bei einem netten Klönschnack mit den anderen.

Am nächsten Morgen teilten wir uns zu viert ein Wochenendticket der Bahn und fuhren für 15€ pro Nase zurück nach Hamburg. Ein schöner entspannter Abschluss.

Das war wieder eine gute Aktion. Für 2013 wünsche ich mir mehr Fahrer vom RSCH dabei. Tempo ist nicht alles. Also keine Angst. Den Reiz macht das gemeinsame Erleben der manchmal strapaziösen Fahrt durch die wunderschöne Landschaft zwischen Hamburg und unserer Hauptstadt Berlin aus. Überlegt es euch. Ihr habt noch fast ein Jahr Zeit.

Ach ja, die Ollanner. Die trafen 21 Minuten (17:39) nach uns am Ziel ein. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal mit dem Ortsausgang, Haky 😉

Statistik: Wir benötigen 10 Stunden und 21 Minuten für die Strecke, inkl. einem Schlauchwechsel nach einer Reifenpanne. Unsere reine Fahrzeit betrug 9 Stunden und 23 Minuten. Das ESK-Team mit unseren Mitbahnfahrern Anneke und Uwe und Co. war 9 Stunden und 27 Minuten (Fahrzeit 8:27) unterwegs. Es gibt also noch Luft nach oben für uns. – Oder hätte ich das jetzt nicht erwähnen sollen? 🙂

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